«Das Potenzial der erneuerbaren Energie in der Schweiz ist gross»

Josef Jenni, Inhaber der Jenni Energietechnik AG im bernischen Oberburg baute das erste Solarhaus, erfand die «Tour de Sol» und will im Herbst in den Nationalrat. Im Parlament will er sich für eine funktionierende Energiewende einsetzen.

(Bilder: zVg) Der Solarpionier: Josef Jenni, Gründer und Geschäftsführer der Jenni Energietechnik AG kandidiert für den Nationalrat.

Sie haben das erste Solarhaus gebaut und die «Tour de Sol» erfunden und gelten als international anerkannter Solarpionier der ersten Stunde. Woher kommt Ihr grosses Engagement für die Solarenergie?
Josef Jenni: Begonnen hat mein Engagement in meiner Studienzeit. Mir wurde klar, dass ich nur einer sinnvollen Arbeit nachgehen will, welche der Umwelt und damit den Menschen dient. Dazu habe ich meine Firma zur Nutzung der Solarenergie gegründet.

Wie anerkannt und beliebt sind die erneuerbaren Energien in der Schweiz?
Immer mehr Menschen wird bewusst, dass Handlungsbedarf für unsere Umwelt besteht. Dadurch wird die Bedeutung erneuerbarer Energie immer mehr anerkannt. Allerdings sollten daraus noch viel mehr konkrete Handlungen folgen, damit aus der Klimaerwärmung keine Klimakatastrophe wird.

Eine gute Stromversorgung ist Bedingung für eine effiziente Wirtschaft. Wie schafft es die Schweiz, den zunehmenden Bedarf an Strom künftig zu decken?
Einerseits durch Ausbau der Wasserkraft, Windstromanlagen und Solarstrom, aber auch durch Eindämmung der Stromverschwendung und Steigerung der Effizienz. Da Strom eine sehr wertvolle Energieform ist, welche aus anderen Energiequellen, zum Zeitpunkt des Bedarfs bereitgestellt werden muss, sollte er nur sehr haushälterisch eingesetzt werden.

Wo hat die Schweiz noch Potenzial oder Nachholbedarf bezüglich erneuerbarer Energien?
Das Potenzial der erneuerbaren Energien in der Schweiz ist sehr gross. Die Herausforderung ist die Umsetzung (Installation sehr vieler verschiedener Anlagen und die Herausforderung der Energiespeicherung etc.).

Die Bedeutung erneuerbarer Energie wird immer mehr anerkannt.

Am 5. September findet in Oberburg ein Vortrags- und Diskussionsabend zu Energie und Klima mit Ihnen als Experte statt. Dabei geht es um die Energiewende. Wie schafft es die Schweiz eine ökologisch sinnvolle Energiewende zu bewerkstelligen?
Wir möchten an diesem Abend konkret aufzeigen was die grosse Herausforderung ist und was für Handlungsmöglichkeiten bestehen. Besuchen Sie den spannenden Anlass. Es ist wichtig, dass sich viele Leute mit diesen existenziellen Fragen befassen und daraus Taten folgen.

Sie sind in diesem Sommer mit dem E-Bike zum Nordkap gefahren und haben dabei 4300 Kilometer zurückgelegt. Was fasziniert Sie an solchen Aktivitäten?
Ich unternehme jedes Jahr eine längere Fahrradtour, an die Nordsee, ans Mittelmeer, nach Prag, Wien, Hamburg, etc. Bis anhin mit dem normalen Fahrrad. Die Tour ans Nordkap war als Krönung ein lang gehegter Traum. Aus Zeitgründen bin ich mit dem E-Bike gefahren. Das ist einmal eine ganz andere Herausforderung, ausbrechen aus dem Alltag und abschalten.

Sie kandidieren als BDP-Kandidat für den Nationalrat. Wofür würden Sie sich im Parlament besonders einsetzen?
Vor allem für eine funktionierende Energiewende, die physikalische Randbedingungen akzeptiert. Eine Energiewende, die sinnvolle Arbeitsplätze schafft und bietet. Bei der BDP kandidiere ich, weil sie als Mittepartei Brückenbauer zu konkreten Lösungen ist, welche nicht an der Fundamentalopposition der linken oder rechten Seite scheitern.

Corinne Remund


Josef Jenni

Der 66-jährige Gründer und Geschäftsführer der Jenni Energietechnik AG im bernischen Oberburg gilt als international anerkannter Solarpionier der ersten Stunde. Der Elektro-Ingenieur HTL gehört zu den Mitinitianten der Initiative «12 autofreie Sonntage». Ebenso rief er die «Tour de Sol» ins Leben, baute das erste vollständig mit Sonnenenergie versorgte Haus und das erste zu 100 Prozent solarbeheizte Mehrfamilienhaus mit saisonaler Wärmespeicherung und initiierte die «Oil of Emmental-Kampagne», eine Initiative zur Förderung einheimischer erneuerbarer Energie. Er unterstützt zudem aktiv die «Gletscher-Initiative». Jenni ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Er wurde für sein grosses Engagement für die erneuerbaren Energie, im Speziellen die Solarenergie, mit zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen geehrt.

CR

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